Famulatur in Mafinga & Zahnpflege-Workshop in Matanana
August bis September 2024 – Annie & Malte
Im Sommer 2024 haben wir, Malte und Annie, insgesamt zweieinhalb Monate in Tansania verbringen dürfen und haben davon gut eineinhalb Monate in der Region Matanana und Mafinga gelebt. Wir haben dort eine Famulatur im Rahmen des Medizinstudiums absolviert und in verschiedene Bereiche vor Ort Einblicke erhalten. Zu Beginn durften wir in Matanana, dem sog. Anamed-Haus zusammen mit Victoria (für uns “Mama Vicki”) leben. Dort konnten wir in der tansanischen Kultur ankommen und die lokale Gesundheitsstation (Dispensary) kennenlernen. Die Gesundheitsstation ist für die Menschen vor Ort die erste Anlaufstation, da das Krankenhaus in Mafinga durch die Distanz grundsätzlich schwierig zu erreichen ist. Vor Ort durften wir mit Susan und Joyce, den beiden Krankenschwestern, sowie mit Benedictor, einem Statistiker, der die Datenerhebung zu HIV-Fällen in der Region betreut, zusammenarbeiten und in ihrem Berufsalltag dabei sein. Die Fälle waren unterschiedlichster Art. Es kamen viele Kinder, die gewogen und/oder geimpft wurden, Personen, die über Verhütung aufgeklärt wurden und bspw. Hormonimplantate erhielten, sowie Verletzungen der Holzfäller aus der Region, die sich beim Sägen verletzten. Dienstags war immer besonders, da dort am “HIV-Day” die HIV-Medikamente für die betroffenen Menschen herausgeben wurden und teils auch Blutwerte zur Kontrolle abgenommen wurden. Wir haben uns in der Zeit dort sehr herzlich aufgenommen gefühlt und hatten einen angenehmen Start in die Zeit der Famulatur.
Parallel durften wir auch “zuhause”, im Anamed-Haus, kulturell viel lernen. Mit Victoria, die uns betreute, durften wir Swahili lernen, das lokale Essen kennenlernen und in Matanana einige Menschen begegnen. Auch die Gottesdiente haben wir mit ihr besucht. Die Zeit dort hat sehr entschleunigend auf uns gewirkt, da das Dorfleben doch eher ein ruhigeres war.
Nach knapp zwei Wochen zogen wir nach Mafinga, wo wir in einer eigenen kleinen Wohnung für Krankenhausmitarbeitende zu zweit gelebt haben. Dort haben wir Einblicke in verschiedene Bereiche des Mafinga District Hospitals erhalten. Hier war die Auswahl der Patienten von Tag zu Tag unterschiedlich. Von Verkehrsunfällen, über parasitäre Leiden hin zu alten Leuten mit diversen Problematiken konnten wir eine Vielfalt an Herausforderungen wahrnehmen. Wir wurden dort von einem der Klinikmitarbeiter in seinen Alltag mitgenommen, der dankenswerterweise oft ins Englische für uns übersetzte. Über die nächsten Wochen durften wir noch auf der Geburtsstation sowie im OP dabei sein und haben dort viele Kaiserschnitte mit angesehen und assistiert. Grundsätzlich war der Großteil des Personals sehr nett zu uns, sodass wir uns dort jederzeit wohl und willkommen fühlten.
Parallel haben wir auf dem Markt und in den anderen Bereichen der Stadt selbstständig ins Leben dort gefunden, von Fahrten mit dem Bajaji (Tuk-tuk) über Besuche auf dem großen Obst und Gemüsemarkt bis hin zu unserem Lieblingsessen Chips Mayai (ein Omelette mit Pommes).
Zum Abschluss unserer Zeit in Mafinga und Matanana haben wir noch einen Workshop zur Mund- und Zahnhygiene an einer Grundschule am Rande von Matanana geben können. Die Schule wurde von Jessica, einer Schwedin, die in Matanana lebt, gegründet und läuft auf Englisch. Wir durften dort zusammen mit den Kindern einen interaktiven Workshop führen, wo wir grundlegend das Zähneputzen erklärten und die Kinder auch selbst mit Zahnbürsten ausstatteten, um gemeinsam zu üben. Der Workshop hat uns und den Kindern sehr viel Freude bereitet und war definitiv eines der Highlights unserer Reise.
Obwohl das Leben dort im Allgemeinen deutlich entschleunigter läuft, verging die Zeit dann doch so schnell, dass wir uns bald in Mafinga und Matanana von allen Menschen, die wir kennenlernen konnten, verabschieden mussten. Schließlich sind wir mit vielen schönen Erinnerungen und jeder Menge spannender und lehrreicher Momente aus Krankenhaus, Dispensary und der Gegend kurz darauf wieder nach Deutschland geflogen.
Famulatur im Mafinga Town Hospital
August 2023 – Jule, Klara, Mona & Yannick
Im Sommer 2023 hatten wir die Möglichkeit, mit Hilfe des Vereins eine vierwöchige Famulatur im Mafinga Town Hospital und in Matanana zu absolvieren. Unser Alltag im Krankenhaus bestand oft darin, zunächst bei der Morgenbesprechung anwesend zu sein (die praktischerweise immer auf englisch stattfand) und eine Idee zu bekommen, was den Tag über anstand. Anschließend ging es auf die Geburtshilfe, wo wir jeden Tag bei Kaiserschnitten und ab und zu auch bei natürlichen Geburten assistieren durften. Manchmal ging es auch zum Zuschauen in den kleineren OP-Bereich, wo der eine oder andere Arm wieder eingerenkt, ein Gips entfernt oder der Finger wieder zugenäht werden musste. Wir haben von den Ärztinnen und Ärzten sehr viel lernen können, hatten aber auch die Chance unsere eigenen Erfahrungen miteinzubringen und das medizinische Procedere in Tansania umfassend kennenzulernen. Was uns direkt aufgefallen war, war das Tempo, in dem alles in Tansania erledigt wird – erstmal sehr ungewohnt, wenn man aus einem meist sehr stressigen Arbeitsumfeld in Deutschland kommt mit klaren zeitlichen Vorgaben und Plänen. Jedoch haben wir auch schnell gelernt, uns daran zu gewöhnen und hin und wieder auch einfach mal alles „pole pole“ angehen zu lassen. Das gesamte Krankenhauspersonal war zu jeder Zeit sehr herzlich und einladend zu uns. Wir haben uns viel über unsere Kulturen ausgetauscht, die Unterschiede im Studium der Humanmedizin und auch Hürden, die auf junge Menschen in Tansania zukommen. Auch in der Dispensary in Matanana waren wir ein paar Tage vor Ort, haben Anamnese der Patienten und Patientinnen mitbekommen, Bestandsaufnahmen der medizinischen Waren gemacht und uns über Lieferketten von Medikamenten, Impfpläne und HIV-Vorsorge unterhalten. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir es geschafft haben einen guten Kontakt mit den Mitarbeitenden im Krankenhaus herzustellen und dass wir sehr dankbar sind, was wir von den Menschen lernen durften und hoffen, dass es uns gelungen ist durch unser Interesse, die Anerkennung und Mithilfe den Menschen etwas zurückzugeben.
Ultraschallprojekt in Matanana
November bis Dezember 2022 – Carina Schimmel und Paul Schmitt
Nach unserer Ankunft in Dar es Salaam wurden wir von George Mtangi abgeholt und verbrachten die ersten Tage bei ihm. Dort hatten wir auch die Gelegenheit, Maria kennenzulernen, die schon lange Teil des Vereins ist und kurz zuvor ihr Medizinstudium in Dar es Salaam begonnen hatte. Sie gab uns spannende Einblicke in das tansanische Medizinstudium und wertvolle Tipps zur Vorbereitung auf unser bevorstehendes Projekt in Matanana.
Nach einer zehnstündigen Busfahrt durch den Morogoro-Nationalpark erreichten wir Matanana, wo uns Victoria und Micheal im Anamed-Haus herzlich in Empfang nahmen. Sie begleiteten uns während unseres gesamten Aufenthalts und sorgten dafür, dass wir uns schnell einlebten. Die reizarme Umgebung in Matanana, das kältere Klima und besonders die ersten Begegnungen mit den Menschen aus dem Dorf sorgten dafür, dass wir uns schnell einlebten.
Während unserer täglicher Beusche in der Dispensary beobachteten wir zunächst die Arbeit der beiden Krankenschwestern Susan und Joyce, welche die Behandlung von Patienten mit Infektionskrankheiten, Verletzungen und chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck umfasste. Zudem sahen wir viele schwangere Frauen und Mütter mit ihren Säuglingen, die die Dispensary für Kontrolluntersuchungen aufsuchten. Durch unsere medizinische Vorbildung aus Marburg konnten wir bei Diagnosestellungen und Behandlungsstrategien mithelfen. Ein besonderer Fokus lag auf der Einweisung von Joyce und Susan in den Umgang mit dem Ultraschallgerät. Insbesondere im Bereich der Geburtshilfe kam das Gerät zum Einsatz. Das Teaching wurde von den beiden dankbar angenommen und umhgesetzt.
Während unserer Arbeit in der Dispensary in Matanana hatten wir zusätzlich die Gelegenheit, verschiedene Mitarbeiter des Mafinga Hospitals, dem Krankenhaus der nächstgrößeren Stadt, kennenzulernen. Wir wurden daraufhin eingeladen, das Krankenhaus zu besuchen, und trafen den Town Medical Officer sowie den Ärztlichen Direktor, Dr. Victor Msafiri. Er führte uns persönlich durch das Krankenhaus, wodurch wir einen umfassenden Einblick in die medizinischen Strukturen vor Ort erhielten.
Im Anschluss konnten wir unseren Verein vorstellen, Kontaktdaten austauschen und eine zukünftige Zusammenarbeit in Form von weiteren Projekten anregen. Diese Vernetzung bietet eine großartige Möglichkeit, in Zukunft intensiver mit dem Krankenhaus in Mafinga zu kooperieren, beispielsweise im Bereich der medizinischen Schulungen.
An den Wochenenden fuhren wir gerne auf den Markt in der nächstgrößeren Stadt Mafinga, nahmen an der wöchentlich stattfindenden Messe in Matanana teil und besuchten Victorias beeindruckende Farm.
Zum Abschluss unseres Aufenthalts besichtigten wir mit Mginah die neu errichtete Areina Herbal Klinik in Mbeya. Während unseres Aufenthalts durften wir Mginah mehrere Tage lang sowohl in seiner Klinik als auch bei Hausbesuchen begleiten. Besonders beeindruckt hat uns seine Arbeit in der Wundversorgung, bei der er auf pflanzliche, selbst angebaute Mittel zurückgreift. Mginah behandelte chronische Wunden, wie Lagerungsgeschwüre, mit Papaya-Auflagen, und wir konnten zusehen, wie effektiv diese Methode ist. Auch seine Farm, auf der er die Heilpflanzen selbst anbaut, zeigte uns, wie eng Natur und Medizin hier verbunden sind.
Diese ganzheitliche Herangehensweise und sein Wissen haben uns beeindruckt und gezeigt, wie wertvoll lokale Heilmittel in der medizinischen Versorgung sein können.
Unser Aufenthalt in Matanana war eine wertvolle Erfahrung, die uns fachlich und persönlich bereichert hat. Wir freuen uns darauf, die Arbeit des Matanana e.V. weiter zu unterstützen und hoffen, bald wieder nach Tansania zurückzukehren.
Praktikum in Matanana
April bis Mai 2016 – Lisa Lynch
Nach einigen Monaten im Nachbarland, reiste ich nach Tansania mit dem Wunsch, Matanana einen kurzen Besuch abzustatten. Von diesem Ort und dem dortigen Projekt hatte ich bereits zwei Jahre zuvor gehört – nun wollte ich mir endlich selbst ein Bild machen. Was als kurzer Zwischenstopp geplant war, entwickelte sich jedoch schon nach wenigen Tagen zu etwas anderem.
Nach intensiven Gesprächen und lebhafter Diskussion mit Flora spürte ich, dass ich tiefer eintauchen wollte. Ich bat um ein Praktikum und bekam die Möglichkeit, das Projekt und das Dorf auf eine sehr persönliche Weise kennenzulernen. Neugierig und offen beteiligte ich mich an allen Aktivitäten und Aufgaben, begleitete Flora zu Hausbesuchen in die umliegenden Dörfer und zu organisatorischer Büroarbeit nach Mafinga. Auch Michael und Victoria waren Teil dieses gemeinsamen Alltags – ob bei der Arbeit im Haus, im Garten oder im täglichen kulturellen Austausch. Diese Zeit hat mich sehr geprägt und nachhaltig bereichert. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch eines Wochenmarkts in einem nahegelegenen Dorf. Gemeinsam mit Michael, Violett und Grace organisierten wir einen kleinen Stand mit selbstgemischten Salben und Tees sowie Informationsmaterial zur natürlichen Medizin. Auch wenn mein Swahili noch nicht ausreichte, um ausführlich über unsere Arbeit zu berichten, gelang es mir dennoch, Interesse zu wecken und erste Gespräche anzustoßen. Dieser Ausflug stärkte den Zusammenhalt unserer Gruppe und gab mir neue Motivation, mich weiter für die natürliche Medizin einzusetzen.
Zurück in Deutschland ließ mich diese Erfahrung nicht los. Ich schloss mich dem Aktiventeam an und engagiere mich seitdem weiterhin für den interkulturellen Austausch.
Waldorfpädagogik in Matanana
April bis Mai 2017 – Vivien Niederschweiberer, Marjatta Szulmirski, Julia Pawlitschko
Die Studentinnen Vivien , Marjatta und Julia reisten im Zuge ihres waldorfpädagogischen Studiums nach Matanana, um unser Projekt kennen zu lernen und weiter mit zu gestalten. Nachdem sie sich etwas eingelebt und das Dorf und die Gemeinschaft kennen gelernt haben, knüpften die drei Kontakt mit den Schulen in der Umgebung und organisierten einen Ausflug auf das Anamedgelände, sowie einige Unterrichtsstunden, in denen sie mit den Kindern über die Heilpflanzen sprachen, aber auch über gesunde Ernährung und Umweltbewusstsein. Gemeinsam mit den Krankenschwestern, kümmerten sie sich um die Sanierung der Dispensary und die Beschriftung der Heilpflanzen rund herum auf dem Gelände, um auf diese Aufmerksam zu machen. Das Dorf ist von der großen Hauptverkehrsstraße gut zu erreichen, jedoch unscheinbar für Außenstehende. Um Interessenten und Hilfesuchende darüber zu informieren, wo sie natürliche Medizin und unser Projekt finden können, gaben Vivien, Marjatta und Julia handgefertigte Holzschilder in Auftrag, die jetzt an der “Ausfahrt” Matanana den Weg weisen. Während ihres Mehrwöchigen Aufenthaltes konnten sie viel für sich selbst mitnehmen, wie auch der Gemeinschaft in Matanana mitgeben. Der regelmäßige Austausch bringt Leben in das Projekt und fördert unsere weitere Zusammenarbeit, weshalb wir uns sehr darüber freuen, Praktika oder ähnliches anbieten zu können.